Extrusion 4-2026

Das LaMa Recycling Projektteam führt am SKZ ein innovatives Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines neuartigen Recyclingprozesses im Rahmen des Förderprogramms „EXIST-Forschungs- transfer“ (von links): Stefan Zuljevic, Dr. Lars Helmlinger, Dr. Marieluise Lang und Thomas Wolz (Foto: SKZ) Extrusion 4/2026 Recycling 46 ► SKZ – Das Kunststoff-Zentrum Stefan Zuljevic, s.zuljevic@skz.de www.skz.de Technologie soll diese Abfälle aufbe- reiten und die enthaltenen Rohstoffe wieder verfügbar machen – ein wich- tiger Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Reduktion von Emissionen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Produktionsabfällen aus der Windelherstellung. „Jährlich werden in Deutschland rund sechs Milliarden Windeln für Kin- der und Erwachsene produziert. Rund drei Prozent davon, etwa 15.000 Ton- nen, sind Produktionsausschuss, der bisher vollständig verbrannt wird“, er- läutert Dr. Marieluise Lang. „Damit gehen wertvolle Rohstoffe verloren, gleichzeitig belastet die thermische Verwertung die CO 2 -Bilanz erheblich.“ Superabsorber als Recycling-Hinder- nis : Ein wesentliches Hindernis für das Recycling von Windelproduktionsab- fällen sind die sogenannten Superab- sorber – hochsaugfähige Polymere, die für die Flüssigkeitsaufnahme der Windeln sorgen. Ihre chemischen Ei- genschaften machen eine Wiederver- wertung bisher aufwendig oder wirtschaftlich uninteressant. Skalierbarer Recyclingprozess : Seit September 2025 arbeitet das interdis- ziplinäre Team von LaMa Recycling Technologies in vollständiger Beset- Das Gründungsteam von LaMa Re- cycling setzt am Kunststoff-Zentrum SKZ ein innovatives Forschungsvorha- ben um, mit dem bislang unbrauch- bare Produktionsreste aus der Windelherstellung wiederverwertet werden. Statt verbrannt zu werden, können Zellulose, Kunststoffe und Su- perabsorber getrennt aufbereitet und zurück in den Rohstoffkreislauf ge- führt werden – ein Schritt, der Res- sourcen schont und CO 2 spart. Das Gründungsteam von LaMa Re- cycling – Dr. Marieluise Lang, Dr. Lars Helmlinger und Thomas Wolz – ent- wickelt ein neuartiges Recyclingver- fahren zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Produktionsabfällen der Kunststoffverarbeitung. Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwick- lung eines industriell einsetzbaren Prozesses, der bisher nicht verwert- bare Produktionsreste wieder in den Rohstoffkreislauf zurückführt. Im Fokus stehen unter anderem Po- lyolefingemische und Kunststoff- späne aus der industriellen Fertigung, die bislang vollständig thermisch ver- wertet werden. Dadurch gehen die enthaltenen Materialien unwieder- bringlich verloren und belasten zu- sätzlich die CO 2 -Bilanz. Die neue Aus Müll wird Rohstoff – Windeln recyceln statt verbrennen zung. In der aktuellen Projektphase konzentriert sich die Arbeit auf die technische Skalierung des Verfahrens. Ziel ist es, bis zum Ende der Projekt- laufzeit einen stabilen und skalierba- ren Recyclingprozess mit einer Verarbeitungskapazität von minde- stens 500 Kilogramm pro Stunde zu etablieren – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur industriellen Anwen- dung der Technologie. Das Projekt wird am SKZ umgesetzt, da das Institut auf langjährige Erfah- rung in der Kunststoffforschung zu- rückgreifen kann und modernste Labore für die Entwicklung innovati- ver Recyclingtechnologien bereitstellt. Das SKZ begleitet zudem die Aus- gründung von LaMa Recycling und unterstützt das Team beim Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis. Das Projekt LaMa wird auf Be- schluss des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirt- schaft und Energie (BMWE) 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2027 gefördert.

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